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Gute Arbeit für Alleinerziehende
 
Thesendiskussion

In dieser Rubrik stellen wir Ihnen regelmäßig wechselnde - durch die Modellprojekte validierte - Thesen zur guten Unterstützung Alleinerziehender vor.

Vernetzung und Austausch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Gruppenangebote und -aktivitäten ermöglichen die Vernetzung und den Austausch von Alleinerziehenden untereinander. Auf diese Weise wird das Lernen voneinander gefördert und Selbstbewusstsein gewonnen.

Lösungsansätze um den Austausch und die Vernetzung untereinander anzuregen:

Die Schaffung von Möglichkeiten zum regelmäßigen Austausch für Teilnehmerinnen und Teilnehmer wirkt sich positiv auf ihre Motivation und ihr Selbstbewusstsein aus. Das Angebot von Gruppenaktivitäten als integraler Bestandteil der Projekte bildet hier einen guten Ansatzpunkt, der bereits vielfach umgesetzt wird. So werden feste Gruppenstrukturen genutzt um …

  • ... Teilnehmerinnen und Teilnehmer über einen gewissen Zeitraum gemeinsam zu begleiten bzw. zu qualifizieren,
  • ... den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Raum für einen Austausch untereinander zu geben und das Lernen voneinander zu befördern,
  • ... soziale Netzwerkbildung zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern anzustoßen, die auch über die Projektlaufzeit hinaus die soziale Integration und gegenseitige Unterstützung fördert, beispielsweise zur gegenseitigen Kinderbetreuung.

Punktuelle Angebote zum Austausch (wie gemeinsames Frühstück oder Ausflüge) können solche Prozesse nur anstoßen; zur Nachhaltigkeit der Bindung bedarf es allerdings einer Regelmäßigkeit.

Da Gruppenangebote in der Regel einen hohen Ressourceneinsatz erfordern, sollte eine Abwägung zwischen eingesetzten Ressourcen sowie positiven Effekten und Wirkungen stattfinden. Diese muss im Sinne der Effizienz der Projekte getroffen werden. So kann es sinnvoll sein, zu Beginn eine intensivere Gruppenphase zu gestalten und im weiteren Verlauf andere Formen der Begleitung zu etablieren.

Gute Ansätze aus der Praxis

Neben Gruppenaktivitäten nutzen einige Projekte auch Workshops zu Themen wie Selbstfindung, Zeitmanagement oder Work-Life-Balance an. Der Austausch zu diesen teilweise sehr privaten Themen in der Gruppe schafft einerseits Verbundenheit mit anderen, andererseits aber auch Selbstvertrauen, weil vor einer Gruppe gesprochen wird.

Einer der Projektträger hat eine Lösung gefunden, die einerseits den Alleinerziehenden die Möglichkeit gibt, sich untereinander zu vernetzen, andererseits aber den Aufwand sowohl für die Projektmitarbeiter/-innen als auch für die Teilnehmer/-innen gering hält. Alleinerziehende, die neu ins Projekt kommen, absolvieren hier zunächst eine Assessment-Woche. Diese findet für eine Gruppe von Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt, sodass die Alleinerziehenden Gelegenheit bekommen, sich untereinander zu vernetzen. Nach dieser Woche treffen sich die Alleinerziehenden mit ihren Ansprechpartnerinnen oder Ansprechpartnern im Projekt zu flexiblen Terminen. Einmal in der Woche bietet der Träger ergänzend eine Veranstaltung in der Gruppe an. Dies kann ein Expertenvortrag zu einem bestimmten Thema, ein Qualifizierungsmodul oder auch eine gemeinsame Exkursion sein. So können die Kontakte, die in der ersten Woche geknüpft wurden, auch im weiteren Projektverlauf vertieft werden.